Sofa Trends

Ob rund oder eckig, schlicht oder opulent: Die neuen und neu lancierten Sofas haben eines gemeinsam: Sie wollen nicht mehr jedem gefallen.

«Plura» von Rolf Benz
«Plura» von Rolf Benz

(mei) Vorbei ist es mit der Uniformität, welche die letzten Generationen von Sofas bestimmt hat: Der modulare Aufbau ist nicht mehr alleine tonangebend. Stattdessen scheinen die Designer wieder zu einer individuellen Formensprache zurückzufinden. Die Wiederauflage eigenwilliger Klassiker bestätigt diesen Trend. Sofas zeigen sich zudem in einer erfrischenden Vielfalt: In dezenten und knalligen Farben, mit hohen und tiefen Lehnen, bodennah und hochgeschossen, geschwungen und geradlinig.

«Ruché» von de Sede
«Ruché» von de Sede

Traditionell

Die Rückbesinnung auf den ureigenen Wert der Handwerkskunst, wie sie in der Modewelt u. a. von Dolce & Gabbana und Louis Vuitton vorgelebt wird, hat längst auch die Designmöbelindustrie erfasst. Das von Inga Sempé für de Sede entworfene und einer Hollywoodschaukel nachempfundene Sofa «Ruché» (dessen Name mit Rüsche übersetzt wird) ist mit einer dicken Decke bezogen, die eine gesteppte Polsterung mit quadratischem Raster und unterbrochenen Nähten aufweist. Dadurch bauscht sich der Stoff stellenweise auf, was dem Sofa seinen Namen gegeben hat.

«Amo» von Rolf Benz
«Amo» von Rolf Benz

Auch das luxuriöse Sofa «Amo» von Rolf Benz besticht durch eine hochwertige Fertigung. Die Häute seines aus Süddeutschland stammenden, bis zu 2,2 mm dicken Dickleders werden traditionell gegerbt und in Holzfässern gewalkt. Die daraus resultierende Oberflächenoptik ist so einzigartig, dass keine Haut wie die andere ist, was jedes Sofa zu einem Unikat macht. Speziell ist ausserdem die Verwendung eines neuartigen Taschenfederkerns, die eine individuelle Sitzanpassung sowie ein weiches Sitzgefühl ermöglicht.

«Kurt» von Seefelder
«Kurt» von Seefelder

Praktisch

Ein Qualitätskriterium für Sofas ist auch ihre Alltagstauglichkeit. Mit anderen Worten: Sofas müssen praktisch sein und unterschiedliche Bedürfnisse erfüllen können. Kein Problem für das Sofa «Kurt», das Jan Armgardt für den deutschen Möbelhersteller Seefelder geschaffen hat. Es kann je nach Lust und Laune auch als Daybed, Sitzbank oder Bett verwendet werden. Auch seine Form ist variabel: Offen verfügt der tief liegende Hochlehner über eine angeschrägte Sitzfläche, geschlossen weist er die Form eines Quaders auf. Diese Vielseitigkeit wurde mit einem red dot award belohnt.

«Plura» von Rolf Benz
«Plura» von Rolf Benz

Ebenfalls variabel präsentiert sich das Sofa, das Norbert Beck für Rolf Benz kreiert hat: «Plura» weist die bewährten Markenzeichen des deutschen Möbelherstellers auf, eine Hochlehnerfunktion im Rücken sowie die unabhängig voneinander schwenkbaren Sitze. Auch in einen Longchair lässt sich das Sofa ganz einfach verwandeln: Eine Gasdruckfeder ermöglicht zudem, dass die Rückenlehne nach hinten geklappt werden kann.

«Loop» von Arper
«Loop» von Arper

Das erste Sofa aus dem Hause Arper wurde von Lievore Altherr Molina entworfen und an der imm cologne mit einem interior innovation award sowie später auch mit einem red dot award ausgezeichnet. Modular aufgebaut und als Zwei- und Dreisitzer erhältlich, weist «Loop» zwei Besonderheiten auf: Seine Bezüge sind nicht nur abziehbar, sondern können auch aus Stoff, Leder und Kunstleder sowie aus einem vom Kunden gelieferten Material gefertigt werden.

«F51-3» von Tecta
«F51-3» von Tecta

Klassisch

Dass gutes Design unvergänglich ist, beweisen Tecta, de Sede und Finn Juhl. 90-jährig ist das kubische Sofa mit dem technisch anmutenden Namen «F51-3». Walter Gropius entwickelte es 1920 für sein Direktorenzimmer in Weimar. Die Re-Edition von Tecta weist einen unsichtbar verbesserten Sitzkomfort auf und ist in tabakfarbenem Rein-Anilinleder erhältlich.

«Baker» von Finn Juhl
«Baker» von Finn Juhl

Das eigenwillige Sofa «Baker» geht auf einen Entwurf von Finn Juhl aus dem Jahr 1951 zurück, den der Designer für den amerikanischen Möbelhersteller Baker Furniture realisierte: Der geschwungene Rücken ist horizontal geteilt, und die leichte Holzkonstruktion, auf dem das Sofa ruht, ist gut sichtbar. Für so viel Formensprache wurde «Baker» mit dem Wallpaper Design Award 2010 ausgezeichnet.

«dS-80» von de Sede
«dS-80» von de Sede

Etwas jüngeren Datums, aber auch bald 40-jährig, ist das Daybed «dS-80» von de Sede, das über eine aufwändige Patchworkverarbeitung und frei platzierbaren Rückenkissen verfügt. Es wurde für die Neuauflage sanft modernisiert und ist auch als Liege oder Lounge-Sofa mit Seiten- und Rückenkissen erhältlich. Gefertigt wird der Klassiker in der Manufaktur in Klingnau.

zvg und T. Ambrosetti / Ormond Editions Artikel drucken