Trends bei Bodenbelägen

Holz ist das beliebteste Bodenmaterial im privaten Wohnbau. Dabei haben andere Materialien auch viel zu bieten.

Dieser gebürstete und naturgeölte Eichenparkettboden in einem Einfamilienhaus in Kärnten stammt von Bauwerk Parkett. Fotograf: Martin Steinthaler, Klagenfurt
Dieser gebürstete und naturgeölte Eichenparkettboden in einem Einfamilienhaus in Kärnten stammt von Bauwerk Parkett. Fotograf: Martin Steinthaler, Klagenfurt

(mei) Auf der Beliebtheitsskala steht Parkett hierzulande an oberster Stelle, was Bodenbeläge im privaten Wohneigentum und in Mietwohnungen anbelangt. Denn das Material Holz vereint zahlreiche Vorzüge: Es gilt als schön, ist in verschiedensten Ausführungen erhältlich, fühlt sich angenehm warm an und kann zu einem guten Raumklima beitragen, sofern seine Oberfläche nicht versiegelt wurde. «Besonders gefragt ist Eichenparkett, das als Landhausdielen verlegt wird. Strukturierte Oberflächen wie gebürstete oder geschroppte liegen ebenfalls im Trend. Es ist ein spezielles Gefühl, barfuss auf ihnen zu gehen», sagt Daniel Heusser von Boden Schweiz, dem Verband der schweizerischen Fachgeschäfte für Linoleum, Spezialbodenbeläge, Teppiche und Parkett. 

Das Schweizer Familienunternehmen Tisca aus dem Appenzell bietet Textilien für Innen- und Aussenräume an, darunter modern anmutende Teppiche.
Das Schweizer Familienunternehmen Tisca aus dem Appenzell bietet Textilien für Innen- und Aussenräume an, darunter modern anmutende Teppiche.

Teppiche holen auf 

Ein Bodenbelag, der seit einigen Jahren wieder im Aufwind ist, seien Teppiche: «Im Gewerbe- und Industriebereich waren sie immer verbreitet, während sie im privaten Wohneigentum eine Zeitlang fast verschwunden waren. Nun beobachten wir eine Trendwende.» Gründe dafür gibt es mehrere: Erstens sind Teppiche in modernen Farben und Mustern erhältlich, sodass sie gut zu einem zeitgemässen Einrichtungsstil passen. Ein weiterer Pluspunkt ist ihr guter Trittschallschutz. Zudem sind insbesondere Teppiche aus synthetischen Fasern einfach zu pflegen. Zugute kommt dies nicht zuletzt Menschen, die an einer Hausstauballergie leiden, sagt Daniel Heusser: «Die Teppichfasern binden den Staub, sodass er nicht herumwirbelt und mit dem Staubsauger einfach aufgesaugt werden kann. Bei glatten, versiegelten Böden ist die Luft hingegen oft voller Staub. Zuhause lässt sich dies einfach nachprüfen: Dazu pustet man einmal leicht an seinen Staubsaugerbeutel und beobachtet, wie lange es dauert, bis der Staub auf den Boden hinabgesunken ist.»

Parkett eignet sich auch fürs Bad, wie dieses Beispiel von Bauwerk Parkett zeigt. Fotograf: Martin Steinthaler, Klagenfurt
Parkett eignet sich auch fürs Bad, wie dieses Beispiel von Bauwerk Parkett zeigt. Fotograf: Martin Steinthaler, Klagenfurt

Nachhaltigkeit wird zum Thema 

Ein immer wichtigerer Punkt bei manchen Kundinnen und Kunden ist laut Daniel Heusser die Nachhaltigkeit eines Bodenbelags. Hier fällt die Wahl oft auf Parkett. Die Überlegung, dass dieser Bodenbelag aus einem natürlichen, nachwachsenden Material besteht und deshalb besonders ökologisch sei, greife allerdings zu kurz, sagt Daniel Heusser: «Ein gefällter Baum wächst nicht einfach wieder nach – dazu muss man schon einen neuen Baum pflanzen.» Wird Parkett nach rund 40-50 Jahren ersetzt, muss er zudem meistens verbrannt werden. «Dabei werden in vielen Fällen giftige Stoffe freigesetzt, da Parkett auch Klebstoffe enthält», sagt Daniel Heusser. Mindestens so ökologisch seien Linoleum-Böden. Sie bestehen zu über 90% aus natürlichen Materialien wie Leinöl oder Sojaöl, Naturharzen, Kork- oder Holzmehl und Farbpigmenten. Für die Trägerschicht, den unteren Bereich des Bodens, wird meist Jutegewebe eingesetzt. Linoleumböden gibt es heute in zahlreichen Farbvarianten: Das Spektrum reicht von dezenten Tönen bis zu auffälligen Hinguckern. Der bei vielen verpönte PVC-Boden wiederum, dessen Ausgangsmaterial bei der Erdölraffinerie entsteht, ist zu 100% recycelbar. 

Teppiche sind im Kommen, denn mit ihnen lässt sich jeder Einrichtungslook umsetzen. Tisca bietet eine breite Palette von Anwendungen.
Teppiche sind im Kommen, denn mit ihnen lässt sich jeder Einrichtungslook umsetzen. Tisca bietet eine breite Palette von Anwendungen.

Alle Kosten miteinbeziehen 

Preislich lassen sich die verschiedenen Bodenbeläge nicht pauschal vergleichen. Denn zum Quadratmeterpreis fürs Material kommen Kosten für das Verlegen und die Untergrundvorbereitung hinzu. «Dazu gehört etwa die Abklärung der Kompatibilität eines Belages mit einer Fussbodenheizung», so Daniel Heusser. Bei Renovationen fallen zudem Kosten für die Entfernung und Entsorgung des alten Bodenbelags an. Daniel Heusser empfiehlt deshalb, nicht Quadratmeterpreise zu vergleichen, sondern die Komplettpreise einer Fachperson. Nur so liessen sich unschöne Überraschungen vermeiden. 

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