Küchenreportage: Kleine Küche für ein grosses Paar

Das Ehepaar Michael und Mani Sokoll hat sich eine Küche nach Mass anfertigen lassen. Ein Augenschein.

Die Küche des Ehepaars Sokoll.
Die Küche des Ehepaars Sokoll.

(mei) Als Mieter mit einem 5-Jahres-Mietvertrag und Kaufoption durften Michael Sokoll (39), Sportmoderator beim Schweizer Fernsehen, und seine Frau Mani (45) mitbestimmen, als es um den Innenausbau ihres Hauses ging. Deshalb war von Beginn weg klar, dass die Ecke, die im Erdgeschoss für die Küche vorgesehen war, zu klein war. Auf zwei Seiten Aussenmauer, auf einer Seite Innenmauer und lediglich eine offene Seite – in einer solchen Nische hätten sich Sokolls beim Kochen von ihren Gästen abgeschottet gefühlt. Deshalb wurde das Kochfeld aus dem ursprünglichen Grundriss genommen und als Verlängerung der Innenmauer schräg angesetzt. Dank dieser einfachen Massnahme können die Beiden jetzt sowohl kochen als auch mit ihren Gästen plaudern – vom Kochfeld aus besteht direkter Sichtkontakt zum Essbereich. Entstanden ist eine U-förmige Küche mit einer 45°-Lösung für das Kochfeld. Für dieses Stück Lebensqualität nimmt das Paar gerne einen um rund 100 Franken höheren Mietzins in Kauf.

Unterschiedliche Höhen erlauben es, ergonomisch geschickt in der Küche zu arbeiten.
Unterschiedliche Höhen erlauben es, ergonomisch geschickt in der Küche zu arbeiten.

Ein grosses Plus der Küche ist die grosszügige Gestaltung der Arbeitsfläche, die viel Platz zum Hantieren bietet – ein Muss für die begeisterten Gastgeber. Zudem kann wegen des vergleichsweise kleinen Grundrisses jeder Ort schnell erreicht werden. Besonders ergonomisch ist jedoch die Abstimmung der Kücheneinrichtung auf die Grösse der Sokolls. So ist die Arbeitsfläche mit Granitabdeckung überdurchschnittlich hoch angesetzt, damit sie ohne krumme Rücken genutzt werden kann. Das Kochfeld ist dafür tiefer gelegen, damit sich beim Kochen bequem in den Töpfen rühren lässt. Selbst der Oberschrank ist individuell platziert – so hoch, dass Menschen mit durchschnittlicher Körpergrösse einen Stuhl benötigen würden, Sokolls hingegen einfach zugreifen können.

Kater Kato, getarnt in seinem Revier.
Kater Kato, getarnt in seinem Revier.

Elektronischen Schnickschnack sucht man in der Küche der Beiden vergebens. Eine vollautomatische Küche schien ihnen zu kompliziert – sie wollen, dass sich ihre Gäste «ohne Gebrauchsanweisung zurechtfinden». Stattdessen dominieren Fronten mit grossen Griffen und eine knallrote Espressomaschine das Bild. Einzig das Glaskeramik-Kochfeld und der Steamer lassen sich mittels Sensortasten bedienen. Beim Kochfeld fiel der Entscheid bewusst gegen Induktion, weil Mani Sokoll sich damit nicht anfreunden kann. Das Paar gibt aber zu, dass Induktion wegen der Katzen praktisch wäre – keine Restwärme auf dem Kochfeld heisst auch keine verbrannten Katzenpfoten. Und von denen gibt es im Hause gleich 16. Die Tiere waren sogar massgeblich an der Farbgebung der Küchenfronten und des Steinzeugbodens beteiligt, wie Michael Sokoll mit viel Schalk erzählt: «Als wir hier einzogen, lebten erst zwei unserer vier Katzen bei uns, ein cremefarbener Kater und eine schwarze Kätzin. Wir überlegten uns, welcher Katze wir die Einrichtung anpassen sollten – und weil der Kater der Liebling meiner Frau ist, wurde die helle Variante realisiert». So kam es, dass Kater Kato beinahe perfekt getarnt durch sein Revier streifen kann.

Das Ehepaar Michael und Mani Sokoll in ihrer Küche.
Das Ehepaar Michael und Mani Sokoll in ihrer Küche.

Was würden sie nach einem guten Jahr Erfahrung an dieser Küche ändern, wenn sie die Zeit zurückdrehen könnten? Sokolls überlegen eine Weile und meinen dann: «Nichts, gar nichts.»

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