Tipps für eine stressfreie Wohnungsrückgabe

Nach dem Umzug steht die Rückgabe der bisherigen Wohnung an. Der Hauseigentümerverband Schweiz schreibt, worauf Vermieter und Mieter achten sollten, um diesen Tag möglichst stressfrei hinter sich zu bringen.

Nach dem Umzug steht die Rückgabe der bisherigen Wohnung an.
Nach dem Umzug steht die Rückgabe der bisherigen Wohnung an.

(pd/mei) Der Mieter muss die Wohnung am letzten Tag der Mietdauer während den üblichen Geschäftszeiten abgeben. Im Mietvertrag wird häufig der auf das Mietende folgende Tag als Rückgabetag – also der 1. Oktober – vereinbart (bis spätestens 12 Uhr). Bei der Wohnungsabgabe muss der Mieter sämtliche Schlüssel, inkl. nachgemachte, abgeben.

Der Mieter muss nicht nur die Wohnung, sondern auch allfällige Nebenräume wie Keller oder Estrich vollständig räumen. Die Wohnung muss zudem gründlich gereinigt werden. Neben der Grundreinigung in der ganzen Wohnung, die sich auch auf Fenster, Fensterrahmen, Fensterläden, Rollläden und Jalousien bezieht, ist vor allem darauf zu achten, dass Küche und Bad gründlich gereinigt werden. Dazu gehören beispielsweise das Entfernen von Kalkablagerungen im Badezimmer und im WC sowie von Fettrückständen im Dunstabzug, das Shampoonieren der Teppiche, das Entfernen von Selbstklebefolien in den Einbauschränken und die fachgerechte Verschliessung sämtlicher Dübellöcher. Zieht der Mieter ein Reinigungsinstitut bei, sollte er darauf achten, dass im vereinbarten Pauschalpreis eine Abnahmegarantie enthalten ist und der Vertreter des Reinigungsinstitutes bei der Abgabe dabei ist, damit allfällige Nachreinigungsarbeiten sofort ausgeführt werden können.

Der Mieter darf die Mietwohnung im üblichen Rahmen benutzen. Die damit verbundene normale Abnutzung ist durch die Bezahlung des Mietzinses abgegolten. Dazu gehören etwa abgelaufene Teppiche, verbleichte Tapeten, kleinere Schmutzstreifen an den Wänden neben Betten oder Bildern, Dübel- bzw. Nagellöcher in einem normalen Rahmen und kleinere Hicke im Lavabo. Im Falle der übermässigen Abnutzung haftet der Mieter bei Ersatzanschaffungen im Rahmen der verbleibenden Lebensdauer. Von einer übermässigen Abnutzung ist beispielsweise im Falle von Raucherschäden, zerrissenen Tapeten, grösseren Flecken oder Brandspuren auf dem Teppich und Kratzspuren von Haustieren an den Türen auszugehen. Bei Raucherschäden muss der Mieter nicht nur für die Kosten des noch nicht amortisierten Teils des Farbanstrichs aufkommen; er muss zusätzlich vollumfänglich die Kosten der Antinikotinbehandlung von Decken und Wänden übernehmen. Im Falle einer Reparatur einer vom Mieter beschädigten Wohnungseinrichtung muss dieser grundsätzlich für die Reparaturkosten aufkommen. Der Mieter ist zudem für den kleinen Unterhalt wie den Ersatz einer defekten WC-Blende zuständig.

Bei der Abgabe der Wohnung ist die Erstellung eines gemeinsamen Wohnungsabnahmeprotokolls (Übergabeprotokoll) empfehlenswert. Der Vermieter muss die Wohnung bei deren Rückgabe prüfen und Mängel, für die der Mieter einzustehen hat, sofort rügen. Mängel, die auf dem Protokoll zu Lasten des Mieters aufgeführt sind und von diesem unterzeichnet wurden, gelten als vom Mieter anerkannt. Ist der Mieter mit der Beurteilung von Mängeln durch den Vermieter nicht einverstanden, sollte er strittige Punkte im Protokoll ausdrücklich festhalten.

Das wichtigste in Kürze

  • Machen Sie mit Ihrem bisherigen Vermieter einen Kontrollgang durch die alte Wohnung und fertigen Sie ein Übergabeprotokoll an. Lassen Sie es vom Vermieter unterschreiben und sich eine Kopie geben. Sie können zur Wohnungsabgabe auch einen Zeugen mitnehmen. Unterschreiben Sie nur, was wirklich zutrifft.

  • Geben Sie alle Schlüssel ab und vermerken Sie die Abgabe im Protokoll oder lassen Sie sich eine Quittung ausstellen.

  • Fordern Sie die Mietkaution zurück. Falls der Vermieter Abzüge machen will, muss er innert 30 Tagen abrechnen.

  • Verlangen Sie möglichst rasch die Heizkostenabrechnung.

  • Lesen Sie die Zählerstände ab und notieren Sie sich zur Sicherheit.

  • Falls Sie selber geputzt haben: Nehmen Sie Putzlappen und -mittel für kleinere Nachreinigungen mit. Falls Sie putzen liessen: Bestehen Sie darauf, dass jemand vom Reinigungsinstitut dabei ist. Allfällig nötige Nachreinigungen muss das Putzinstitut selber vornehmen.

  • Melden Sie sämtliche Schäden, die in der alten Wohnung beanstandet wurden, Ihrer Versicherung an.

  • Entfernen Sie Namensschilder an Türen und Briefkästen der alten Wohnung.

  • Prüfen sie, ob Ihr bisheriger Telefonanschluss bereits gesperrt ist.
Zusätzliche Informationen

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