Umzug selbst machen oder mit einem Unternehmen

Beim Zügeln eines Privathaushalts stellt sich die Frage, ob man sein Hab und Gut von Profis einer Umzugsfirma transportieren lassen will, oder ob man sein privates Umfeld aufbietet. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile.

Je grösser das Fahrzeug, desto weniger Fahrten müssen durchgeführt werden, was Zeit und Kosten spart.
Je grösser das Fahrzeug, desto weniger Fahrten müssen durchgeführt werden, was Zeit und Kosten spart.

(pg) Der 1. April und der 1. Oktober sind die offiziellen Schweizer Umzugstermine, an denen Zehntausende ihre gesamte Habe an einen neuen Wohnort verfrachten. Häufig wechseln Immobilien auch ausserterminlich ihre Bewohner und so sind Umzüge zur ganzjährigen Angelegenheit geworden. Alle Umzugswilligen müssen sich entscheiden: Lassen wir die Profis ran oder nehmen wir die Strapazen selber auf uns? Ein entscheidendes Kriterium sind die Kosten. Der Komplett-Service einer Zügelfirma kostet mehr als der «Do-it-yourself»-Umzug - sofern dieser reibungslos verläuft.

Der Transporter als Basis

Gratis ist aber auch ein selbst organisierter Umzug nicht und es gilt viel zu organisieren. Der bedeutendste Kostenfaktor ist das Transportfahrzeug, das z.B. bei Autovermietern ausgeliehen werden kann. In einem Pauschalbetrag sind in der Regel eine bestimmte Mietdauer und Anzahl Kilometer sowie die Kaskoversicherung inbegriffen. Billiger wird es, wenn man im Bekanntenkreis ein passendes Fahrzeug auftreiben kann. Hier ist die Versicherungsfrage speziell zu klären und in beiden Fällen ist darauf zu achten, dass ausreichend Ladefläche, Befestigungsmöglichkeiten, Tragegurten etc. sowie nach Möglichkeit eine Hebebühne zur Verfügung stehen. Je grösser das Fahrzeug, desto weniger Fahrten müssen durchgeführt werden, was Zeit und Kosten spart. Die Krux: In der Regel ist man sich das Fahren mit grossen Transportfahrzeugen nicht gewohnt. Es lohnt sich also, die Rückspiegel genau einzustellen und sich von einem Helfer einweisen zu lassen.

Vorbereitung ist alles

Apropos Helfer: Damit man diese auch künftig zum Freundeskreis zählen darf, lohnt es sich, den Umzug gut zu organisieren. Schwingen sich die Kollegen nämlich am Morgen mit der Gewissheit aus den Federn, dass ihnen dies in den nächsten Tagen nicht mehr schmerzfrei gelingen wird, wollen sie a) nicht zuerst jeden Teller einzeln einpacken und b) gut verköstigt werden. Es gilt also im Vorfeld genügend Umzugskisten zu organisieren, diese nach Gewicht gut verteilt zu füllen und sie ordentlich nach Inhalt und Zielort zu beschriften.

Genügend Helfer und gute Verpflegung

Ein Pluspunkt eines «Do-it-yourself»-Umzugs ist die Event- und Partylaune, vorausgesetzt es werden genügend Zeit und Helfer eingeplant. Die Stimmung ist nämlich schnell im noch nicht geräumten Keller, wenn sich nur 2-3 Personen der Räumung einer 5 ½-Wohnung gegenüber sehen. Sind die emsigen Helfer in ausreichender Zahl anwesend, dann sollten sie auch verwöhnt werden. Mit einem Schinkenbrot ist es da nicht getan. Ein Umzug ist Kräfte zehrend, Hotdogs, Pizza, Früchte und etwas Süsses sowie ausreichend Getränke halten die Helfer fit. Nicht leistungsfördernd wirkt sich während der anstrengenden Arbeit der Alkoholkonsum aus. Steht aber das Bett im neuen Schlafzimmer und haben alle Umzugskisten einen vorläufigen Platz gefunden, steht einem kühlen Bier nichts mehr im Weg.

Offerten einholen

Weniger fröhlich, dafür professioneller und schneller verläuft ein Umzug mit einer spezialisierten Firma. Die Konkurrenz in diesem Markt ist gross, es lohnt sich, zwei bis drei Offerten mit identischem Leistungskatalog einzuholen und diese zu vergleichen. Speditionsunternehmen transportieren nicht nur die Ware von A nach B, auf Wunsch packen sie die Einrichtung auch zusammen und am neuen Wohnort wieder aus oder sie demontieren und montieren Kleiderschränke. Am besten schützt man sich vor unliebsamen Überraschungen, wenn man ein Kostendach oder einen Pauschalpreis vereinbart. Ein Pauschalpreis ist zwar in der Regel höher kalkuliert, hat man aber nur einen Kostenvoranschlag in der Hand, und der Umzug dauert länger als geplant, kann es richtig teuer werden. Ein Vorteil des Umzugs durch Speditionsprofis ist, dass die Güter versichert sind. Aber: Wer packt, der haftet auch. Werden die Zügelkisten also selber gepackt, und darin geht etwas zu Bruch, ist der Schaden nicht gedeckt.

Beide Umzugsvarianten haben also ihre Vor- und Nachteile. Ein Umzug in Eigenregie kommt letztlich nur billiger, wenn er gut geplant ist und reibungslos verläuft. Was sich gleich bleibt: Auch die Profis einer Umzugsfirma freuen sich über eine gute Verpflegung und nach getaner Arbeit über ein kühlendes Bier.

Zusätzliche Informationen

ImagePoint (Udo Kroener) Artikel drucken