Wer beim Umzug für Schäden haftet

Ein Umzug ist nervenaufreibend, benötigt Zeit, kostet viel Geld und nicht selten geht dabei auch etwas zu Bruch. Der finanzielle Schaden kann mit der richtigen Versicherung in Grenzen gehalten werden.

Bei einem Umzug geht nicht selten etwas zu Bruch.
Bei einem Umzug geht nicht selten etwas zu Bruch.

(pg) Wer ein neues Domizil beziehen will, hat zwei Möglichkeiten, seinen Hausrat zu zügeln: Man bietet seinen Freundeskreis auf und packt selber an, oder man beauftragt eine spezialisierte Umzugsfirma. Die zweite Variante ist auf den ersten Blick teurer, hat aber ihre Vorteile. Hier sind Profis am Werk, die sich den Umgang mit schweren und heiklen Gütern gewohnt sind. Natürlich sind aber auch sie nicht vor Unfällen gefeit, auch ihnen kann etwas aus der Hand fallen, auch sie können mit dem Esstisch am Türrahmen anstossen. Der Vorteil: Umzugsfirmen haften in der Regel für die von ihnen verursachten Schäden.

Offerte genau kontrollieren

Dabei ist in der Offerte aber genau zu kontrollieren, ob die Transportfirma über eine Frachtführer- und Betriebs- oder Transport-Haftpflichtversicherung verfügt und ob die Mindestabdeckung den Warenwert erfüllt. Wer wertvolles Umzugsgut wie Antiquitäten oder Kunstgegenstände besitzt, sollte dieses mit einer Zusatzversicherung abdecken. Auch wenn die Versicherung des Umzugsunternehmens Schäden bezahlt, gibt es Ausnahmen. So gilt der Grundsatz: Wer packt, der haftet. Entscheidet man sich zum Beispiel, eine Glasvitrine selber zu demontieren und einzupacken, weist der Transporteur die Haftung zurück, wenn die Vitrine den Belastungen des Transports nicht Stand hält.

Es empfiehlt sich, nach einem Umzug die Arbeit der Zügelmänner zu kontrollieren. Bei einer sofortigen Kontrolle lässt sich feststellen, ob Schäden an Mobiliar, im alten oder im neuen Heim oder im Treppenhaus entstanden sind und allfällige Beanstandungen können sofort gemeldet werden.

Schäden an Mobiliar, Fahrzeug…

Bei einem selber organisierten Umzug wird der Versicherungsfrage oftmals zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Eine genaue Abklärung ist aber angezeigt, denn beim selber Zügeln mit einem Mietwagen sind Umzugsgüter nicht speziell versichert. Zuerst ist zu überprüfen, welche Versicherungsleistungen in der Miete des Fahrzeugs inklusive sind und wie hoch ein allfälliger Selbstbehalt ist. Schäden können am Mobiliar entstehen, aber auch am Fahrzeug selber.

…oder Personen möglich

Auf eine Insassenversicherung kann verzichtet werden, denn bei Personenschäden kommt die Nichtberufsunfallversicherung NBU zum Zuge. Dies gilt auch, wenn einer der Helfer bei der Arbeit zu Schaden kommt, vorausgesetzt er arbeitet mindestens an acht Wochenstunden bei einer versicherungspflichtigen Firma. Ist dies nicht der Fall, kommt die Krankenkasse für die Heilungskosten auf, leistet aber keine Erwerbsausfallentschädigung.

Was sich beim «Do-it-yourself»-Umzug auf jeden Fall aufdrängt, ist der Abschluss einer Privathaftpflichtversicherung. Sie kann im Schadensfall vor unerwünschten finanziellen Folgen schützen oder sie zumindest mindern. Schäden werden aber nur nach dem sogenannten Zeitwert ersetzt. Geht also der vor vier Jahren für Fr. 4000.- erworbene Flat-Screen-Fernseher zu Bruch, kann man nur mit der Erstattung eines Teils dieses Betrages rechnen.

Helfer absichern

Gravierender ist es, wenn einem der fleissigen Helfer ein solches Missgeschick passiert. Dessen Haftpflichtversicherung muss für bei Freundschafts- und Kulanzdiensten entstandene Schäden nicht bezahlen. Das Problem kann umgangen werden, wenn man mit den Helfern einen schriftlichen Vertrag abschliesst, in dem ein Stundenlohn festgelegt wird. Andererseits heisst es im Obligationenrecht dazu: «Die Haftung wird milder beurteilt, wenn das Geschäft für den Haftpflichtigen keinerlei Vorteil bezweckt.»

Versicherungen überprüfen

Hat man den Umzug schliesslich erfolgreich hinter sich gebracht, ist es an der Zeit, seinen allgemeinen Versicherungsschutz zu überprüfen. Dies gilt zum Beispiel für die Hausratversicherung. Häufig sind mit einem Umzug Neuanschaffungen verbunden, welche den Wert des Hausrats erhöhen. Wer in ein Eigenheim zieht, muss eine Gebäudeversicherung abschliessen. Diese umfasst verschiedene Versicherungsleistungen, die teilweise obligatorisch sind. Darunter fallen eine Haftpflichtversicherung sowie Brand- und Elementarschäden. Zusätzlich lohnt es sich, eine Wasserschaden- und Glasbruchversicherung abzuschliesssen. Gut abgesichert können dann die Vorzüge des neuen Heims genossen werden.

Zusätzliche Informationen

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