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Umzug selbst machen oder zügeln lassen?

Beim Zügeln eines Privathaushalts stellt sich die Frage, ob man sein Hab und Gut von Profis einer Umzugsfirma transportieren lassen will oder ob man sein privates Umfeld aufbietet und selbst zügelt. Lesen Sie jetzt, welche Vor- und Nachteile die beiden Varianten haben.

Umzugsfirma
Der Komplett-Service einer Umzugsfirma kostet mehr als der „Do-it-yourself“-Umzug - sofern dieser reibungslos verläuft.

(pg) Umzugswillige müssen sich entscheiden: Lassen wir die Profis ran oder nehmen wir die Strapazen selber auf uns? Ein entscheidendes Kriterium sind die Kosten. Der Komplett-Service einer Umzugsfirma kostet mehr als der «Do-it-yourself»-Umzug - sofern dieser reibungslos verläuft.

Selbst zügeln: Der Transporter

  • Der bedeutendste Kostenfaktor ist das Transportfahrzeug, das z.B. bei Autovermietern ausgeliehen werden kann. In einem Pauschalbetrag sind in der Regel eine bestimmte Mietdauer und Anzahl Kilometer sowie die Kaskoversicherung inbegriffen.

  • Billiger wird es, wenn man im Bekanntenkreis ein passendes Fahrzeug auftreiben kann. Hier ist die Versicherungsfrage speziell zu klären.

  • In beiden Fällen ist darauf zu achten, dass ausreichend Ladefläche, Befestigungsmöglichkeiten, Tragegurten etc. sowie nach Möglichkeit eine Hebebühne zur Verfügung stehen.

  • Je grösser das Fahrzeug, desto weniger Fahrten müssen durchgeführt werden, was Zeit und Kosten spart. Die Krux: In der Regel ist man sich das Fahren mit grossen Transportfahrzeugen nicht gewohnt. Es lohnt sich also, die Rückspiegel genau einzustellen und sich von einem Helfer einweisen zu lassen.

Selbst zügeln: Vorbereitung ist alles

Apropos Helfer: Damit man diese auch künftig zum Freundeskreis zählen darf, lohnt es sich, den Umzug gut zu organisieren. Schwingen sich die Kollegen nämlich am Morgen mit der Gewissheit aus den Federn, dass ihnen dies in den nächsten Tagen nicht mehr schmerzfrei gelingen wird, wollen sie a) nicht zuerst jeden Teller einzeln einpacken und b) gut verköstigt werden. Es gilt also im Vorfeld genügend Umzugskisten zu organisieren, diese nach Gewicht gut verteilt zu füllen und sie ordentlich nach Inhalt und Zielort/Zimmer zu beschriften.

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Selbst zügeln: Genügend Helfer und gute Verpflegung

  • Ein Pluspunkt eines «Do-it-yourself»-Umzugs ist die Event- und Partylaune, vorausgesetzt es werden genügend Zeit und Helfer eingeplant. Die Stimmung ist nämlich schnell im noch nicht geräumten Keller, wenn sich nur 2-3 Personen der Räumung einer 5 ½-Wohnung gegenüber sehen.

  • Sind die emsigen Helfer in ausreichender Zahl anwesend, dann sollten sie auch verwöhnt werden. Mit einem Schinkenbrot ist es da nicht getan. Ein Umzug ist Kräfte zehrend, Hotdogs, Pizza, Früchte und etwas Süsses sowie ausreichend Getränke halten die Helfer fit.

  • Nicht leistungsfördernd wirkt sich während der anstrengenden Arbeit der Alkoholkonsum aus. Steht aber das Bett im neuen Schlafzimmer und haben alle Umzugskisten einen vorläufigen Platz gefunden, steht einem kühlen Bier nichts mehr im Weg.

Haftung beim selbst organisierten Umzug

  • Bei einem selber organisierten Umzug wird der Versicherungsfrage oftmals zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Eine genaue Abklärung ist aber angezeigt, denn beim selber Zügeln mit einem Mietwagen sind Umzugsgüter nicht speziell versichert. Überprüfen Sie, welche Versicherungsleistungen in der Miete des Fahrzeugs inklusive sind und wie hoch ein allfälliger Selbstbehalt ist. Schäden können am Mobiliar entstehen, aber auch am Fahrzeug selber.

  • Auf eine Insassenversicherung kann verzichtet werden, denn bei Personenschäden kommt die Nichtberufsunfallversicherung NBU zum Zuge. Dies gilt auch, wenn einer der Helfer bei der Arbeit zu Schaden kommt, vorausgesetzt er arbeitet mindestens an acht Wochenstunden bei einer versicherungspflichtigen Firma. Ist dies nicht der Fall, kommt die Krankenkasse für die Heilungskosten auf, leistet aber keine Erwerbsausfallentschädigung.

  • Was sich beim «Do-it-yourself»-Umzug auf jeden Fall aufdrängt, ist der Abschluss einer Privathaftpflichtversicherung. Sie kann im Schadensfall vor unerwünschten finanziellen Folgen schützen oder sie zumindest mindern. Schäden werden aber nur nach dem sogenannten Zeitwert ersetzt. Geht also der vor vier Jahren für 4000 Frankenerworbene Flat-Screen-Fernseher zu Bruch, kann man nur mit der Erstattung eines Teils dieses Betrages rechnen.

  • Gravierender ist es, wenn einem der fleissigen Helfer ein solches Missgeschick passiert. Dessen Haftpflichtversicherung muss für bei Freundschafts- und Kulanzdiensten entstandene Schäden nicht bezahlen. Das Problem kann umgangen werden, wenn man mit den Helfern einen schriftlichen Vertrag abschliesst, in dem ein Stundenlohn festgelegt wird. Andererseits heisst es im Obligationenrecht dazu: «Die Haftung wird milder beurteilt, wenn das Geschäft für den Haftpflichtigen keinerlei Vorteil bezweckt.»

Zügeln mit der Umzugsfirma: Offerten einholen

Weniger fröhlich, dafür professioneller und schneller verläuft ein Umzug mit einer Umzugsfirma.

  • Die Konkurrenz in diesem Markt ist gross. Es lohnt sich, zwei bis drei Offerten mit identischem Leistungskatalog einzuholen und diese zu vergleichen.

  • Speditionsunternehmen transportieren nicht nur die Ware von A nach B, auf Wunsch packen sie die Einrichtung auch zusammen und am neuen Wohnort wieder aus oder sie demontieren und montieren Kleiderschränke.

  • Am besten schützt man sich vor unliebsamen Überraschungen, wenn man ein Kostendach oder einen Pauschalpreis vereinbart. Ein Pauschalpreis ist zwar in der Regel höher kalkuliert, hat man aber nur einen Kostenvoranschlag in der Hand, und der Umzug dauert länger als geplant, kann es richtig teuer werden.

  • Ein Vorteil des Umzugs durch Speditionsprofis ist, dass die Güter versichert sind. Aber: Wer packt, der haftet auch. Werden die Zügelkisten also selber gepackt, und darin geht etwas zu Bruch, ist der Schaden nicht gedeckt.

Haftung beim Umzug mit einer Umzugsfirma

  • Prüfen Sie in der Offerte der Zügelfirma, ob sie über eine Frachtführer- und Betriebs- oder Transport-Haftpflichtversicherung verfügt und ob die Mindestabdeckung den Warenwert erfüllt.

  • Wer wertvolles Umzugsgut wie Antiquitäten oder Kunstgegenstände besitzt, sollte dieses mit einer Zusatzversicherung abdecken.

  • Selbst wenn die Versicherung des Umzugsunternehmens grundsätzlich für Schäden aufkommt, gibt es Ausnahmen. So gilt der Grundsatz: Wer packt, der haftet. Entscheidet man sich zum Beispiel, eine Glasvitrine selber zu demontieren und einzupacken, weist der Transporteur die Haftung zurück, wenn die Vitrine den Belastungen des Transports nicht Stand hält.

  • Es empfiehlt sich, nach einem Umzug die Arbeit der Zügelmänner zu kontrollieren. Bei einer sofortigen Kontrolle lässt sich feststellen, ob Schäden an Mobiliar, im alten oder im neuen Heim oder im Treppenhaus entstanden sind und allfällige Beanstandungen können sofort gemeldet werden.

Selbst zügeln oder mit der Umzugsfirma: Fazit

Beide Umzugsvarianten haben also ihre Vor- und Nachteile. Ein Umzug in Eigenregie kommt letztlich nur billiger, wenn er gut geplant ist und reibungslos verläuft. Was sich gleich bleibt: Auch die Profis einer Umzugsfirma freuen sich über eine gute Verpflegung und nach getaner Arbeit über ein kühlendes Bier.

Zusätzliche Informationen

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