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Wohnstile: Französisch wohnen

Die Grande Nation mit ihrer reichen Kulturgeschichte hat ihren ganz eigenen Wohnstil geprägt: Eine Verbindung aus Eleganz und Gemütlichkeit, die hervorragend zum Laisser-faire-Lebensgefühl der Französinnen und Franzosen passt.

Typisch französische Tongefässe wurden im Esszimmer zu einem Stillleben zusammengeführt. Bild: Claire Richardson (Fotos), Wohnen à la française © Gerstenberg Verlag
Typisch französische Tongefässe wurden im Esszimmer zu einem Stillleben zusammengeführt. Bild: Claire Richardson (Fotos), Wohnen à la française © Gerstenberg Verlag
Typisch französische Tongefässe wurden im Esszimmer zu einem Stillleben zusammengeführt. Bild: Claire Richardson (Fotos), Wohnen à la française © Gerstenberg Verlag
Typisch französische Tongefässe wurden im Esszimmer zu einem Stillleben zusammengeführt. Bild: Claire Richardson (Fotos), Wohnen à la française © Gerstenberg Verlag

(mei) Unsere westlichen Nachbarn machen es wieder einmal vor: Mit ihrer Kombination aus viel Nonchalance und noch mehr Chic bringen sie das Kunststück fertig, dass das Nicht-Perfekte harmonischer wirkt als eine Inszenierung, bei der jedes Detail stimmt. Auch einladender, denn wo fühlt man sich so auf Anhieb zuhause wie an einem Ort, an dem die Einrichtung historisch gewachsen scheint, jede Menge Individualität zulässt und dennoch den roten Faden nicht vermissen lässt?

Eines der wichtigsten Kriterien des französischen Wohnstils ist ein Mix aus verschiedenen Zeit- und Stil-Epochen, bei dem Antiquitäten wie Louis-Quinze-Stühle mit moderneren Stücken zu einer Einheit gefügt werden. Sind Fauteuils, Chaiselongues oder andere Polstermöbel im Spiel, gelingt dies am besten mit einem einheitlichen Bezug. Wichtig ist, dass charaktervolle Einzelstücke viel Raum erhalten – dieser Stil ist nichts für Freunde des Unauffälligen, Unprätentiösen oder Puristischen. Typisch für den französischen Stil sind ferner fliessende Grenzen zwischen Innen- und Aussenräumen: Es kann durchaus vorkommen, dass Gartenmöbel im Wohnzimmer Platz finden und umgekehrt ausgediente Wohnmöbel im Freien Patina ansetzen dürfen.

Ein Wandanstrich in zwei Graunuancen bietet einen malerischen Hintergrund fürs Gemälde und das Sofabett. Bild: Claire Richardson (Fotos), Frankreich-Flair zuhause © Gerstenberg Verlag
Ein Wandanstrich in zwei Graunuancen bietet einen malerischen Hintergrund fürs Gemälde und das Sofabett. Bild: Claire Richardson (Fotos), Frankreich-Flair zuhause © Gerstenberg Verlag

Gelebte Opulenz

Natürlich lebt nicht jeder Franzose in einem alten Schloss oder auf einem stattlichen Landsitz. Aber gegen den Glanz besserer Zeiten hat fast niemand etwas einzuwenden. Au contraire: Nebst dem Einsatz von antiken Möbeln, oftmals Erbstücke, finden sich in Wohnräumen mit französischem Flair auch gerne ausladende Lüster sowie Spiegel, die vom einzigartigen Kunsthandwerk der Vergangenheit zeugen – der berühmte Spiegelsaal in Versailles zeigt schliesslich, wie’s geht. Bei den Textilien wird ebenfalls eher geklotzt als gekleckert – auch hier dank einer glorreichen Handwerkstradition, die etwa den bedruckten Stoff Toile de Jouy hervorgebracht hat. Eine Menge Opulenz also – kein Wunder, kommt dieser Einrichtungsstil nirgends so gut zur Geltung wie in Räumen mit stuckverzierten Wänden und Decken.

Rubinrot lackierte, stuckverzierte Wände, ein Marmorkamin, ein antiker französischer Sessel und eine gepolsterte Lederbank als Sofatisch - so sieht ein typisch französischer Stilmix aus. Bild: Christian Burmester (Fotos), «City Life. Urbane Wohnporträts», DVA
Rubinrot lackierte, stuckverzierte Wände, ein Marmorkamin, ein antiker französischer Sessel und eine gepolsterte Lederbank als Sofatisch - so sieht ein typisch französischer Stilmix aus. Bild: Christian Burmester (Fotos), «City Life. Urbane Wohnporträts», DVA

Der Charme des Heruntergekommenen

Allzu perfekt darf die Einrichtung nicht sein, wenn sie heimeliges Flair ausstrahlen soll. Allzu perfekt kann sie auch nicht sein, wenn sie einer Reise durch verschiedenste Zeiten entspricht: Möbel sind im französischen Wohnstil eindeutig Gebrauchsgegenstände, die sich vom Leben nicht nur zeichnen lassen dürfen, sondern auch sollen. In dieser Hinsicht ist dieser Wohnstil mit dem Vintage-Stil verwandt, wenn er auch eindeutig mehr Grandeur versprüht. Die gute Nachricht: Fassaden und Innenwände müssen nicht dauernd auf Vordermann gebracht werden. Vielmehr gilt es, «Oberflächen so erscheinen zu lassen, als ob sie in Schichten abgetragen worden wären und die Zeit ein Übriges täte», heisst es in Josephine Ryans «Frankreich-Flair zuhause». Mit anderen Worten: Wer französisch wohnen will, darf sich in Nonchalance üben.

Tipps für ein französisches Ambiente

  • Zeigen Sie Charakter: Kombinieren Sie aussagestarke Möbel verschiedener Stil-Epochen.
  • Sorgen Sie für einen roten Faden in der Einrichtung, sei es mit einem einheitlichen Bezug von Polstermöbeln oder einer anderen Abstimmung punkto Farben, Materialien oder Formen.
  • Beweisen Sie Mut zum Unvollkommenen: Wer französisch wohnt, tut dies inmitten von Möbeln, mit denen schon die Urgrosseltern und Grosseltern gelebt haben und die längst nicht mehr perfekt aussehen.
  • Tragen Sie dick auf: mit einem ausladenden Kronleuchter, einem Spiegel mit kunstvoll verziertem Goldrahmen oder feinsten Stoffen für Bezüge oder Vorhänge.
  • Stellen Sie Ihre besten Stücke zur Schau: Etwa in offenen Regalen in der Küche.
  • Lassen Sie den Pinsel ruhen und freuen Sie sich an abblätternder Farbe.
  • Leben Sie: Ihre Räume sollen in erster Linie nützlich und nicht steril sein.

Empfehlenswerte Bücher

Wohnen à la française

Josephine Ryan

«Wohnen à la française»

Gerstenberg Verlag

ISBN: 978-3-8369-2607-2

Die Antiquitätenhändlerin Josephine Ryan nimmt die Leserinnen und Leser mit auf eine aussergewöhnliche Reise zu 14 Domizilen ihrer Berufskollegen. Der Band schildert anschaulich, wie vielfältig und anregend der französische Wohnstil ist.

Frankreich-Flair zuhause

Josephine Ryan

«Frankreich-Flair zuhause»

Gerstenberg Verlag

ISBN: 978-3-8369-2587-7

Josephine Ryan zeigt anhand zahlreicher illustrierter Beispiele, mit welchen Einrichtungselementen in den einzelnen Räumen ein französisches Flair geschaffen werden kann – auch ausserhalb Frankreichs. Ein Muss für alle, die Antiquitäten mit modernen Stücken kombinieren wollen.

City Life. Urbane Wohnporträts

Sabine Wesemann, Ulrich Timm

City Life. Urbane Wohnporträts»

DVA

ISBN: 978-3-421-03822-7

Sabine Wesemann demonstriert mit ihren inspirierenden Porträts von Wohnungen in europäischen Metropolen und Kleinstädten, wie sich Individualität und Moderne geschickt miteinander verbinden lassen.

Zusätzliche Informationen

Claire Richardson (Fotos), Frankreich-Flair zuhause © Gerstenberg Verlag; Claire Richardson (Fotos), Wohnen à la française © Gerstenberg Verlag; Christian Burmester (Fotos), «City Life. Urbane Wohnporträts», DVA Artikel drucken