Küche richtig planen

Kücheneinbau – Schnäppchen können teuer werden. Eine klare Bedürfnisabklärung, aber auch die Wahl von geeigneten Materialien und kompetenten Dienstleistern, sparen beim Projekt «Neue Küche» grossen Ärger.

Die Küche soll nicht einfach nur den Raumverhältnissen angepasst werden, sondern auch den eigenen Bedürfnissen durch die Planung mit einem Fachpartner und 3D-Skizzen.
Die Küche soll nicht einfach nur den Raumverhältnissen angepasst werden, sondern auch den eigenen Bedürfnissen durch die Planung mit einem Fachpartner und 3D-Skizzen.

Sollte ein Wohnungs- oder Hausbesitzer das Projekt einer neuen Küche konkret angehen, so ist es ratsam, genügend Zeit dafür vorzusehen. Rechnet man etwa für die Planungsphase vier, für die Ausführung zwei Monate, so dauert es schnell mal ein halbes Jahr bis die neue Küche steht. Im Folgenden werden die wichtigsten Aspekte dieses «Reifeprozesses» erläutert.

Bedürfnisse klären

Notiert man sich die Wünsche und Anforderungen an die neue Küche mit den Vor- und Nachteilen, erhält man einen ersten Überblick und man setzt sich bewusst mit den verschiedenen Bedürfnissen auseinander. Die offene Küche beispielsweise liegt im Trend. Sie macht das Kochen zum Erlebnis. Durch die Öffnung ist man nicht mehr abgeschottet von der Familie und den Gästen, dadurch wird das Zubereiten und Anrichten aber auch transparenter. Auch muss beachtet werden, dass sich Gerüche aus der Küche, trotz allen Abluftvorkehrungen, im Wohnraum bemerkbar machen können.

Planung

Zeichnet man den Küchengrundriss, ist der Geschirrspüler neben dem Kehrichtelement einzuplanen, da dort auch die Sanitäranschlüsse vorhanden sind. Anschliessend an das Kehrichtelement folgt ein breiter Unterbau, danach die Kochstelle – so ergibt sich die Arbeitsfolge «Waschen–Rüsten–Kochen.» Auch der Kühlschrank ist möglichst zentral zu platzieren, da er nebst der Kochstelle und dem Spülbecken zu den drei meist gebrauchten Elementen gehört. Praktischerweise ist nicht nur der Backofen hoch einzubauen, sondern auch der Geschirrspüler, was aber einen weiteren Hochschrank bedeutet. Die Planung erfordert Kompromisse, denn die optischen, praktischen und finanziellen Aspekte müssen gegeneinander abgewogen werden.

Gestaltung

Den eigenen Stil und Geschmack herauszufinden, ist nicht immer einfach. Dabei sind Küchenausstellungen und Fachzeitschriften hilfreich, wo gute Beispiele von Farbkombinationen und Anordnungen zu sehen sind. Die eigenen Küchenverhältnisse sind kaum 1:1 ausgestellt vorzufinden, dafür durchgestylte Küchenträume. In diesen Ausstellungsküchen wird jedoch nicht gekocht, der Privatkunde hingegen muss aber auch die praktischen Seiten berücksichtigen.

Bei wenig verschiedenen Materialien und Farben kommen die einzelnen Elemente mehr zur Geltung, dabei wirkt die Küche ruhiger. Zusätzliches Leben bekommt sie auch noch mit Utensilien wie z.B. einer Kaffeemaschine oder einer Früchteschale. Auch Farbe lockert den Raum auf und gibt ihm eine persönliche Note. Dafür braucht es gar nicht so viel Mut, denn wenn eine Mauer in der Wunschfarbe gestrichen wird, kann diese später ohne grossen Aufwand wieder umgestaltet werden.

Küchennormen

Bei den Apparaten gibt es die Euronorm in der Breite von 60 cm und das Schweizer Masssystem (SMS) mit 55 cm Breite. Bei der Einteilung kann dies unter Umständen relevant sein, so zum Beispiel wenn Backofen, Kühlschrank und Geschirrspüler an einer Front angeordnet sind. Dabei werden für die Euronorm in der Breite 15 cm mehr benötigt als beim SMS.

Technische Möglichkeiten

Technisch ist vieles machbar, jedoch kann der Aufwand so gross sein, dass er in keinem sinnvollen Verhältnis steht. Um die Planung nicht auf etwas aufzubauen, das nicht realisiert werden kann, ist es ratsam, das Vorhaben vorgängig von einem Fachmann abklären zu lassen.

Den elektronischen Installationen sind wenig Grenzen gesetzt. Die neu gebrauchten Anschlüsse können ohne grösseren Aufwand angepasst werden. In einem alten Gebäude muss man allenfalls die Absicherung beim Sicherungskasten erhöhen. Sanitäre Anpassungen sind beschränkt möglich, so kann das Spülbecken in der Regel höchstens um zwei Meter verschoben werden.

Kostenplanung

Eine Küche mit gutem Ausbaustandard kostet im Schnitt Fr. 27'000.-. Die Preisspanne für eine Küche kann je nach Innenausstattung, Materialien und der Apparatewahl jedoch variieren und liegt in der Regel zwischen Fr. 14'000.- und Fr. 38'000.-. Nebenarbeiten wie Demontage, sanitäre und elektrische Installationen, Boden- und Wandbeläge sowie Malerarbeiten betragen nochmals etwa Fr. 8'000.-. Alle Arbeiten sollten von den jeweiligen Handwerkern im Voraus offeriert werden, um das Budget für die Küche nicht zu überschreiten.

Umsetzung

Spätestens bei der Detailplanung sollte das Bauprojekt einem Fachmann übergeben werden. Dies kann ein Architekt sein, ein neutrales Küchen-Planungsbüro oder ein Küchenbauer. Der Küchenbauer plant die Küche mit seinen Produkten, Materialien, Farben und Elementen, die er zur Verfügung hat. Die Planung von einem Küchenbauer ist meistens kostenlos und unverbindlich. Es ist empfehlenswert, zwei oder drei verschiedene Angebote einzuholen. Da sie aber ohne Vorgaben unterschiedlich ausfallen werden, ist das Vergleichen der Offerten oft unmöglich.

Ein neutrales Küchen-Planungsbüro plant die Küche mit dem Bauherrn und holt erst danach Offerten bei Küchenbauern ein. Damit haben alle die gleichen Vorgaben, und die Angebote können besser miteinander verglichen werden. Durch dieses Vorgehen wird die Küche nach den Wünschen des Bauherrn realisiert und nicht nach einem Produkt des Küchenbauers. Ein neutrales Küchen-Planungsbüro verdient nichts an einer verkauften Küche und wird Sie daher unabhängig beraten. Die Dienstleistung kostet im Durchschnitt etwa Fr. 1'300.-. Mit dem Preisvergleich kann man dafür beim Einkauf der Küche gut Fr. 2'500.- einsparen. Das Küchen-Planungsbüro begleitet den Umbau auf Wunsch von A bis Z und gibt eine Preisgarantie als Absicherung gegen Mehrkosten ab.

Ein Architekturbüro übernimmt einen Küchenumbau sowie auch zusätzliche Renovationsarbeiten in- und ausserhalb des Hauses. Durch die Submission, die durchgeführt wird, kann klar verglichen werden. Das spart etwa Fr. 1'500.- bis 3'000.- ein. Die Arbeiten für einen Umbau mit Bauführung werden mit 10 bis 18% der Gesamtkosten in Rechnung gestellt. Der Architekt führt die Arbeit auf Wunsch auch als Generalunternehmer durch. Der Aufwand für die Bauführung darf nicht unterschätzt werden, da fast tägliche eine Baukontrolle nötig ist. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich der Umbau verzögert und Mehrkosten entstehen.

Wahl eines Küchenbauers

Vertrauen, Qualität und Preis sind die drei Vorraussetzungen für die Wahl des richtigen Küchenbauers. Das Vertrauen wird bereits bei der Beratung aufgebaut, wenn sich der Küchenverkäufer Zeit nimmt und auf die Wünsche der Kunden eingeht.

Bei den Fronten und Schubladenauszügen kann man die Ausführung der Möbel verschiedener Küchenbauer vergleichen. Die Qualität der Montage ist ebenso hoch zu gewichten, jedoch kann diese nur bei Referenzobjekten erkundigt werden.

Wird man bereits bei der Erstberatung zur Unterschrift gedrängt, allenfalls mit Rabatten gelockt, ist Vorsicht angesagt. Im Vergleich mit Konkurrenzofferten wird ersichtlich, dass das Angebot trotz Rabatten immer noch höher ist. Nicht so bei den Apparaten, denn da sind je nach Fabrikat zurzeit 25-35% Rabatt marktkonform. Stehen mehrere Anbieter zur Auswahl, können diese nur preislich verglichen werden, wenn dieselbe Ausführung der Front und Abdeckung offeriert wurde und die Innenausstattung wie Ecklösung, Anzahl Schubladen und die Modelle der Apparate übereinstimmen. Vergleichen sollte man auch nur den Nettopreis und nicht die Rabatte, die gewährt werden. Das neutrale Küchen-Beratungsbüro oder der Architekt bringen die Offerten auf einen gleichen Nenner und machen diese vergleichbar.

Versicherungsschutz für die Gebäudetechnik in der Küche

infobox_produktewerbung_gvb_tech_kueche_mittel

Mit der Gebäudetechnikversicherung GVB Tech sind Schäden an fest installierten technischen Einrichtungen wie Kochherd und Backofen vollumfänglich versichert. 

Mehr erfahren

Zusätzliche Informationen

Mike Haas, Prima Cucina GmbH Artikel drucken